04961 / 73742 info@von-velen-anlage.de

Kolke und Schlenken.

Gefahren des Moores.

Das Moor ist nicht nur schön, geheimnisvoll und mystisch. Es steckt gleichzeitig auch voller Gefahren. Eine besondere Gefahr stellen die zahlreichen Kolke und Schlenken dar. Teilweise grundlos und morastig tief, können sie leicht zum nassen Grab für den leichtsinnigen Wanderer werden. So ist es nicht verwunderlich, wenn es gerade rund um sie Geschichten und Erzählungen gibt, die erschauern lassen und Angst einflößend sind.

Dabei unterscheiden wir zwischen Kolke und Schlenken. Kolke sind offene Wasserstellen, die eigentlich immer in irgendeiner Form Verbindung zum Grundwasser haben und das Wasser s in ihnen sich in fließender Bewegung befindet. Von daher bleiben sie auch stets offen und wachsen im Gegensatz zu den Schlenken nicht zu.

Schlenken haben keine Verbindung zum Grundwasser oder zu einer fließenden Bewegung. Sie stellen Bodenvertiefungen und – dellen in der Mooroberfläche dar, in denen sich das Oberflächenwasser sammelt. Die sogenannten Schlenken haben auch nicht die Tiefe der Kolke, sind eher flachwässerig. Am Gewässerrand, manchmal aber auch im Wasser der Schlenken selbst finden wir Pflanzen wie Birken und Erlen, Pfeifengras, Wollgras, Binsen, Wald-Weidenröschen oder Weiderich. Sie sterben im Laufe einer Vegetationsperiode ab, sinken zu Boden und schichten sich Millimeter für Millimeter im Laufe der Zeit zu einer meterdicken Moorschicht, einer zähen Sumpfschicht auf. Gerät der unvorsichtige Wanderer in eine solch zugewachsene Schlenke hinein, weil er die alles zudeckende Torfmoosschicht als solche nicht oder in ihrer Gefährlichkeit nicht richtig eingeschätzt hat, so kann er darin versinken, oder auch nur einsinken. Aufgrund des zähen Schlammes ist er kaum in der Lage, sich selbst daraus zu befreien und läuft Gefahr, darin wegen Unterkühlung zu sterben, so z.B. der Mann aus Husbäke, dessen Leiche man im Jahre 1936 im Husbäker Moor bei Oldenburg gefunden hat. Aufgrund der Auffindesituation ist dieser Mann aller Wahrscheinlichkeit nach im 8. oder 7. Jahrhundert vor der Zeitenwende wohl in einer Moorschlenke versunken und zu Tode gekommen.

Autor: Ludger Stukenborg, Sprecherin: Monika Stukenborg, Webauftritt: Herbert Rohrbach