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Hochmoor.

Moor ist eine spezifische Landschaft und Bodenform. Wie ist es entstanden?

Vor etwa 10.000 Jahren, also nach der letzten Eiszeit, dem Jungpleistozän, lag nach dem Zurückweichen des Eises der meist sandige Boden brach und war schutzlos der rauen Witterung ausgeliefert. Schwere lang anhaltende Regenfälle wuschen den Boden aus. Bodensedimente und andere wichtige Nährstoffe wurden regelrecht ausgewaschen und versanken immer tiefer im Erdreich. Für Papenburg dürfen wir heute sagen, dass sich diese in etwa 1 m bis 1,40 m Tiefe wieder ablagerten. Dort verklebten sie sich mit dem Boden und bildeten eine braun bis fast schwarze eisenharte, eisenhaltige, wasserundurchlässige Schicht, die Ortsteinschicht oder auch der sogenannte Ortstein-Horizont. Mit anderen Worten: die Verlagerung der dunklen Huminstoffe wird durch eine Versauerung des Bodens ermöglicht. Sinkt der pH-Wert eines Bodens sehr stark, werden Verbindungen zwischen Nährstoffen und größeren Bodenteilchen aufgelöst. Kleinere Teilchen können dann leicht mit dem Sickerwasser in tiefere Schichten verlagert werden.

Der über der Ortsteinschicht stark versauerte Boden bietet Pflanzen wie zum Beispiel Torfmoosen, Heidekräutern oder Gräsern wie Pfeifengras und Wollgras einen idealen Nährboden. Dabei ist das Torfmoos wohl als Pionierpflanze des Moores zu benennen. Torfmoos ernährt sich ausschließlich von Oberflächenwasser und ist nicht auf Grundwasser angewiesen. Es bildet nach unten hin keine Wurzeln und wächst ausschließlich nach oben, während es nach unten hin vermoort. Auf diese Art und Weise bildet es pro Jahr etwa 1 mm Moor. Da wir in Papenburg und Umgebung Moorstärken von 6 m bis 8 m im Mittel hatten, in der Esterweger Dose sogar bis zu 14 m, können wir sagen, dass das hier vorhandene Hochmoor vor etwa 8.000 bis 10.000 Jahren entstanden ist.

Aufgrund der hochliegenden Ortsteinschicht, die weder Grundwasser aufsteigen noch Oberflächenwasser versickern lässt, entstand im Papenburger Raum hauptsächlich Hochmoor mit seinem typischen Schichtenaufbau. Unter dem Hochmoor befindet sich eine Sand oder auch, wie in einigen Ostfriesischen Mooren, eine Lehmschicht. Darauf liegt die Schwarztorfschicht als älteste der Moorschichten. Ihr Torf ist dunkelbraun bis schwarz. Er dient als Brenntorf. Über dem Schwarztorf befindet sich die Weißtorfschicht. Sie ist hellbraun und nicht so stark zusammengepresst. Er dient als Dünger und Bodenverbesserer. Heute wird er unter anderem auch für Moorbäder, Fangopackungen und als Dämmmaterial gebraucht. Über der Weißtorfschicht wachsen die Hochmoorpflanzen. Eine Gefahr für das Moor stellen Birken, Erlen und die sich immer mehr verbreitenden Traubenkirschen dar. Sie trocknen das Moor aus und verhindern das Wachstum der für das Moor lebenswichtigen Torfmoose.

Autor: Ludger Stukenborg, Sprecherin: Monika Stukenborg, Webauftritt: Herbert Rohrbach